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Die Bugfoundation: Der Weg vom Rindfleisch zum Insekt – Interview mit Co-Founder Baris

Hast du schon mal Insekten gegessen? Nein? Dann ab in den Supermarkt! Der Insektenburger der Bugfoundation ist ein guter Einstieg.

Lebensmittel aus Insekten… da läuft dem ein oder anderen sicher ein kalter Schauer über den Rücken. Obwohl Insekten in anderen Ländern regelmäßig auf den Tisch kommen, können wir uns in Europa nur schwer vorstellen, diese Proteinquelle in unseren Speiseplan aufzunehmen. Auch wenn wir bei Next Station ein internationales Team von Weltenbummlern sind, war die erste Reaktion auf die Frage „Hat einer von euch schon mal Insekten gegessen?“: „Wie bitte?!“

Die Bugfoundation möchte genau das ändern. Insekten sollen auch bei uns zum Alltag gehören. Der erste Schritt ist bereits getan; der Insektenburger ist mittlerweile im Supermarkt und einigen Restaurants erhältlich. Wir interessieren uns immer für innovative Ideen und freuen uns sehr, dass Co-Founder Baris uns mehr über sein Projekt und die Expansionspläne des jungen Start-ups erzählt.

Hallo Baris, kannst du uns die Bugfoundation kurz vorstellen?

Die Bugfoundation wurde von meinem Kindergartenfreund Max Krämer und mir gegründet. Wir stellen köstliche, gesunde und nachhaltige Lebensmittel auf Insektenbasis her. Insekten sind eine nachhaltige Proteinquelle. Für die gleiche Menge Proteine aus Insekten benötigen wir nur einen Bruchteil der Ressourcen und emittieren dabei 100-mal weniger Treibhausgase als im Vergleich zu Rindfleisch. Unser Burgerpatty besteht aus Buffalowürmern und ausgewählten vegetarischen Zutaten. Er ist reich an Proteinen und ungesättigten Fettsäuren sowie frei von Zusatzstoffen. Aktuell vertreiben wir Deutschlands ersten Insektenburger im deutschen Lebensmitteleinzelhandel, an Hotels & Restaurants sowie Catering-Unternehmen. Deutschlands erste Insektenbratwurst folgt in Kürze und weitere Neuentwicklungen sind auch schon in der Pipeline.

Wie groß ist das Team der Bugfoundation zurzeit?

Momentan besteht unser Team aus sechs Personen sowie einem Praktikanten. Wir planen, noch dieses Jahr weitere Mitarbeiter einzustellen.

Wo seht Ihr euch in einem Jahr? Was ist euer größtes Ziel?

Unsere Vision ist, das Essen von Insekten in Europa alltäglich zu machen – daran arbeiten wir jeden Tag.

Ist bisher irgendetwas so richtig schiefgegangen? Was war für dich/euch in den letzten Jahren der schönste Moment?

Die ersten Versuche, einen Insektenburger zu entwickeln, sind kläglich gescheitert. Zu Beginn sind unsere Pattys in der Pfanne auseinandergefallen und haben überhaupt nicht zusammengehalten. Trotzdem hat es sehr gut geschmeckt – so mussten wir nur noch einen Weg finden, die Bindung der Zutaten zu stabilisieren.

Eine weitere Herausforderung war die unklare Rechtslage zu Nahrungsmitteln aus Insekten in Deutschland und die unterschiedliche Handhabung dieser in unterschiedlichen Bundesländern. Da mussten wir schon einige Rückschläge einstecken.

Einer der schönsten Momente war unser Markteintritt im April 2018 im REWE Reinartz in Aachen. Die erste Packung Insektenburger im Supermarkt in den Händen zu halten und an der Kasse zu bezahlen war einfach ein unbeschreibliches Gefühl.

Welchen Herausforderungen stellt sich die Bugfoundation 2019/2020?

Die größte Herausforderung, die uns auch die nächsten Jahre noch begleiten wird, ist, Insekten zu etwas ganz Normalem auf dem Speiseplan der westlichen Bevölkerung zu machen.

Im Moment optimieren wir viele Prozesse, sodass wir in Zukunft unsere Produktkosten senken können. Des Weiteren erschließen wir natürlich neue Absatzmärkte wie Supermärkte und Restaurants.

Plant ihr, demnächst neue Stellen zu besetzen? Bzw. wann denkt ihr, werdet ihr das Team erweitern? In welchen Bereichen?

Wir sind immer auf der Suche nach motivierten Praktikanten. Außerdem planen wir noch dieses Jahr, ein Vertriebsteam aufzubauen.

Wie wichtig könnte ein internationales Team in Zukunft sein?

Gut möglich, dass wir in ein paar Jahren europaweit expandieren werden. Spätestens dann wird ein internationales Team für uns essenziell. Darauf freuen wir uns jetzt schon.

Welche Tipps kannst du Kandidaten geben, die Teil der Bugfoundation werden möchten?

Ich hoffe, sie brauchen keine :).

Auch wenn die Bugfoundation noch keine Jobangebote im Ausland hat, wird es sicher früher oder später soweit sein! Wir drücken auf jeden Fall die Daumen. Internationale Jobsuchende mit guten Deutschkenntnissen können sich aber mit Sicherheit für eine Stelle in Deutschland bewerben!

Für alle anderen suchen wir gerne den passenden Auslandsjob auf unserer Next-Station-Plattform.

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